Von Hvolsvöllur bis Vík

Karte

Es sind zwar nur gut 80 km entlang der Ringstraße, aber sie bieten ausreichend Ziele für einen ganzen Tag - wenn man eine Landschaft intensiver als nur mit kurzen Fotostopps bereist. Verbunden mit Tagesausflügen ins Hochland, nach Þórsmörk oder auf die Westmännerinseln kann man locker mindestens 3-4 Tage in der Region verweilen.

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Gluggafoss

Gluggafoss Gluggafoss

Wer auf Wasserfalltour unterwegs ist, findet am Fluss Merkja (Karte) ein weiteres Motiv. Ihr erreicht den Gluggafoss entweder, indem ihr in Hvolsvöllur auf die Straße 261 nach Fljótshlíð abbiegt oder indem ihr zunächst auf der Ringstraße weiter gen Osten fahrt und dann - in Sichtweite des Seljalandsfoss - nach links auf die Straße 250 abbiegt. Letztere ist eine Schotterstraße, die mit PKW aber normal befahren werden kann. Sowohl von der 250 als auch von der 261 hat man eine tolle Aussicht auf den Eyjafjallajökull und Richtung Mýrdalsjökull.

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Westmänner-Inseln

Heimaey

Nur ein kurzes Stück nach dem Abzweig der Straße 250 zweigt gen Süden die Straße Landeyjarhafnarvegur (Straße 254, Karte) ab, die zum Fährhafen Landeyjahöfn führt. Von dort verkehrt im Sommer mehrmals täglich eine Fähre zwischen dem Festland und Heimaey, der Hauptinsel der Westmänner-Inseln. Für eine Stippvisite dort solltet ihr euch zumindest einen ganzen Tag Zeit nehmen.

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Seljalandsfoss

Wenn das Wetter es zulässt, fahrt ihr auf eurer weiteren Reise gen Osten spätestens ab Hvolsvöllur immer mit Blick auf den Gletscher Eyjafjallajökull. Am darunterliegenden Bergmassiv wartet der nächste Wasserfall auf euch - der Seljalandsfoss (Karte). Ihr müsst nur geschwind die Brücke über den Fluss Markarfljót überqueren und dann gen Norden auf die Straße 249 abbiegen. Der Seljalandsfoss ist bereits von der Ringstraße aus zu sehen.

Anfahrt auf den Seljalandsfoss Seljalandsfoss Seljalandsfoss

Dieser Wasserfall wird immer imposanter, je mehr ihr euch ihm nähert und insbesondere dann, wenn ihr hinter ihm entlang geht. Aber Achtung - selbst wenn es nicht regnet, solltet ihr dabei besser Regensachen tragen, denn irgendwo erwischt einen die Gischt fast immer. Bei dem Pfad hinter dem Wasserfall ist außerdem Vorsicht geboten, aber die andere Perspektive lohnt den Weg auf jeden Fall. Inwieweit sich 2016 die Parkplatzsituation verbessert hat, kann ich nicht sagen - 2015 war sie eher bescheiden.

Blick auf Seljalandsfoss Gljúfrabúi

Nur einen Katzensprung entfernt und fußläufig erreichbar findet ihr den Wasserfall Gljúfrabúi, der mit ein wenig Kletterei oder einem kurzen Marsch durchs Wasser von Nahem betrachtet werden kann. Unmittelbar in seiner Nähe befindet sich der Zeltplatz Hamragarðar. Plant für den Seljalandsfoss rein für einen kurzen Fotostopp 20 min ein; wollt ihr auch dahinter entlanggehen, dann ca. 30-45 min, für Gljúfrabúi noch einmal ca. 30 min.

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Iceland erupts

Hof Þorvaldseyri mit Eyjafjallajökull Karte zu Iceland erupts

Zurück auf der Ringstraße erreicht ihr nach ca. 19 km ein kleines Kino, das zum Hof Þorvaldseyri gehört. Unter dem Namen Iceland erupts zeigt die Familie einen sehr beeindruckenden und empfehlenswerten Film, den sie während des Eyjafjallajökull-Ausbruchs 2010 aufnehmen ließ. Der Film wird auch auf Deutsch gezeigt und dauert ca. 20 min. Möglicherweise ist mit Wartezeit zu rechnen, da er bei eurer Ankunft gerade (in einer anderen Sprache) läuft oder Gruppen vorgebucht haben. Die Wartezeit kann mit der kleinen Ausstellung vor Ort überbrückt werden, die Informationen über den Ausbruch und den Vulkan bereithält. Ein kurzes Stück weiter könnt ihr vom Straßenrand auf den Hof und den Gletscher dahinter blicken.

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Skógar mit Skógafoss und Heimatmuseum

Weitere 10 km gen Osten, oder 29 km vom Seljalandsfoss entfernt, stoßt ihr fast direkt an der Ringstraße auf den nächsten Wasserfall - den Skógafoss (Karte), der durch seine 60 m Fallhöhe beeindruckt. Die Gischt macht es unmöglich, in trockenem Zustand ganz nah an ihn heran zu kommen, dafür kann man über eine Vielzahl an Stufen bis zur Fallkante aufsteigen. Auf 2/3 der Höhe zweigt ein Trampelpfad ab, an dessen Ende man nicht nur auf den Wasserfall blicken, sondern mit geübtem Auge auch mindestens drei Trolle entdecken kann.

Skógafoss Skógafoss mit Trollen Blick von der Plattform auf Parkplatz und Zeltplatz

Die Stufen hoch zur Fallkante sind auch Ausgangspunkt (oder eben Endpunkt) für die Wanderung über den Fimmförðuháls. Und selbst, wenn ihr nicht diesen ganzen Weg wandern möchtet, lohnt es sich, an der Fallkante über den Zaun zu steigen (die Leiter benutzen), und den Weg entlang des Flusses Skógá ein Stück fortzusetzen. Die wenigsten nehmen sich die Zeit dazu, dabei erföffnet er immer wieder neue faszinierende Ausblicke auf den Fluss, auf immer neue Wasserfälle und die Gletscher. Wenn ihr nur ein Stück gehen möchtet, dreht einfach irgendwann wieder um. Es gäbe zwar eine Rundwandermöglichkeit, aber die Sicht auf den Fluss ist hin und rück eine andere und von daher lohnt es sich, den selben Weg zweimal zu gehen.

entlang des Flusses Skógá entlang des Flusses Skógá entlang des Flusses Skógá

Für den Wasserfall könnt ihr zwischen 10 und 45 min einplanen, wollt ihr noch ein bisschen wandern, dann plant zumindest 1 Stunde mehr ein. Quasi direkt am Wasserfall gibt es einen Zeltplatz, ganz in der Nähe aber auch ein Hostel.

Torfhäuser im Skógar Museum Teil der Außenanlage des Skógar Museum

Ebenfalls in Skógar, eine Straße und einen Bach vom Wasserfall entfernt, befindet sich das Skógar Museum. Im Außenbereich findet ihr eine Ansammlung von Häusern aus älteren Zeiten und in zwei Gebäuden das Heimatmuseum bzw. das Transport- und Technikmuseum. Wer nicht nur duchrasen möchte, sollte hier mindestens 1 Stunde einplanen. Es ist aber durchaus möglich, sich dort wesentlich länger aufzuhalten.

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Sólheimajökull

Sólheimajökull

Ein kleines Stück östlich von Skógar (Karte) schiebt sich der Sólheimajökull ins Tiefland. Bei gutem Wetter kann man ihn von der Ringstraße aus sehr gut sehen. Nur mit dem Fotografieren ist es etwas schwieriger, da sich die beste Stelle an bzw. nahe der einspurigen Brücke befindet - kein guter Ort zum Fotostoppen. Eine ca. 4 km lange Schotterstraße, die im Normalfall mit normalen PKW befahrbar ist, führt euch in die Nähe des Gletschers. Das letzte Stück ab Parkplatz müsst ihr zu Fuß gehen (einige Hundert Meter).

Sólheimajökull

Ich persönlich bin sehr selten an diesem Gletscher, weil ich dem Vatnajökull mit seinen Gletscherzungen mehr verbunden bin. Meine einzige Gletscherwanderung auf dem Sólheimajökull unternahm ich 2011 und fand sie wenig spannend. Wer aber nur im Raum Reykjavík unterwegs ist und während seines Urlaubs nicht zum Vatnajökull kommt, aber auf jeden Fall mal eine Gletscherwanderung unternehmen möchte, für den bestünde hier die Möglichkeit. Außerdem verändert sich der Gletscher und 2011 ist lange her - die Touren könnten heute also durchaus anders sein. Anbietende Firmen sind die Mountainguides und Arcanum. Den angebotenen Transfer ab Reykjavík solltet ihr sinnvoller Weise nur dann in Anspruch nehmen, wenn ihr ohne Auto in Reykjavík stationiert seid. Sobald ihr mit einem Fahrzeug unterwegs seid, fahrt selber bis zum Gletscher. Am Parkplatz gibt es ein Café.

Nur 3 km weiter östlich zweigt die Straße 222 von der Ringstraße ab. Über diese gelangt ihr nach 1,2 km zum Basislager von Arcanum, von wo aus Snowmobiltouren auf den Mýrdalsjökull angeboten werden.

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Flugzeugwrack auf dem Sólheimasandur

Flugzeugwrack

An dieser Stelle stand ich vor der Frage: Bringe ich diese Info oder nicht und entschied mich für ja, in der Hoffnung, ein wenig von der Faszination zu nehmen. Da liegt also auf dem Sólheimasandur, quasi am Strand, ein ausgeschlachtetes Transportflugzeug, das in den 1970ern wegen Treibstoffmangel und geschlossener Flughäfen dort "not"landete und anschließend nicht geborgen wurde. Später wurde es mit Einschusslöchern und Graffiti "verziert". Einige nutzen es als Location für ihre Hochzeitsfotos, andere für ihre Musikvideos, wieder andere sehen darin einfach nur ein nettes Fotomotiv. Der Weg dorthin führt über Privatland. Nachdem es immer mehr Touristen gab, die sich nicht an Spielregeln hielten, wurde die Zufahrt für Fahrzeuge gesperrt (siehe auch hier). Soweit mir bekannt ist, war es 2016 weiterhin möglich, zu Fuß dorthin zu gehen (es sind ein paar km!).

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Kap Dyrhólaey

Von der Ringstraße zweigt nach Süden ein knapp 6 km langer Abstecher zum Kap Dyrhólaey ab. Vor Ort gibt es zwei Parkplätze - einen im "unteren" Bereich, einen oben auf dem Kap (Karte). In der Vergangenheit kam es hin und wieder vor, dass man mit einem normalen PKW Schwierigkeiten bei der Fahrt nach oben hatte. Das Kap ist als Nistplatz für Vögel bekannt - doch nicht immer bekommt man die Papageitaucher zu sehen, die fast jeder dort erwartet. Insgesamt hat man - gescheites Wetter vorausgesetzt - einen tollen Blick auf die Gletscherwelt und die Küstenlandschaft des Südens.

Blick Richtung Mýrdalsjökull Blick auf das Felsentor Leuchtturm auf dem Kap
Basaltsäulen und Höhlen am Strand Blick auf das Felsentor und den Strand Papageitaucher in Sicht

Vom Leuchtturm führt ein Fußweg hinab zum unteren Parktplatz (ca. 1 Stunde), während die Südspitze des Kaps inzwischen für das Betreten gesperrt ist. Hier kam es zu Felsabbrüchen. Überhaupt ist die gesamte Region, wie generell Island, mit Vorsicht zu begehen, insbesondere an den "Kanten". In der jüngeren Vergangenheit kam es immer wieder dazu, dass Teile des Gesteins in die Tiefe stürzten (siehe unter anderem hier). Wenn es daraufhin zu Sperrungen kommt, sollten diese ernst genommen werden. Für den Aufenthalt am Kap solltet ihr zumindest 30 min veranschlagen. Es können locker auch 2 Stunden werden.

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Strand Reynisfjara

Direkt östlich des Kaps beginnt der Strand Reynisfjara. Wer nicht springen und durchs Wasser will, muss aber im Grunde einmal zurück auf die Ringstraße und dann den ca. 6 km langen Abstecher der Straße 218 fahren, um dorthin zu gelangen (Karte). Und so fährt man vom Kap Dyrhólaey zum Strand Reynisfjara tatsächlich ca. 20 min.

am Strand Reynisfjara am Strand Reynisfjara am Strand Reynisfjara

Für mich ist es einer der schönsten Strände Islands - der Nordatlantik rollt ungebremst auf den schwarzen Untergrund des Festlands, man spürt die Kraft des Wassers und hat tolle Aussichten. Von diesem Strandabschnitt aus lassen sich die Reynisdrangar, das Wahrzeichen Víks, aus einer anderen Perspektive anschauen und mit Glück kann man Papageitaucher ebenso sehen wie Robben. Wenn nicht gerade all zu viele Menschen vor Ort sind, lohnt es sich, sich einfach mal hinzusetzen, innezuhalten und zu genießen. Oder am Strand entlangzuspazieren. Auch hier ist Vorsicht geboten, insbesondere vor den Wellen. Man kann nicht schnell genug schauen, wie einen das Wasser hinterrücks erwischt. Immer wieder werden Menschen vom Wasser niedergerissen oder ins Meer gezogen. Mehr als einmal endete das tödlich.

Der Strandabschnitt wird durch das Wasser immer mal wieder verändert, insbesondere während der Winterstürme. Es kann sein, dass die Meer zugeneigte Höhle bei Flut nicht zugänglich ist, oder dass man bei Flut überhaupt an dieser Stelle nicht vorbei kommt. Habt also immer das Wasser im Auge. Am Parkplatz befindet sich inzwischen ein Restaurant mit der Öffentlichkeit gegen Gebühr zugänglichen Toiletten. Plant vor Ort ca. 30 min ein.

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Vík í Mýrdal

Auf der Fahrt gen Osten ist Vík einer der wenigen Orte. Hier heißt es: Tanken, Essen, Shoppen, Örtchen aufsuchen. Vielen ist der Laden Víkurprjón ein Begriff, der direkt neben der Tankstelle zum Souvenirkauf verführt. Andere erinnern sich an die Lupinenfelder zwischen Tankstelle und Meer oder den Blick auf die Kirche des Ortes, die auf einem Hügel vor dem Mýrdalsjökull thront. Zurück auf der Ringstraße, vom Strand Reynisfjara kommend, umfahrt ihr den Berg Reynisfjall und seid in 5 km in Vík (Karte), von Skógar aus sind es ca. 33 km.

Lupinen und die Kirche von Vík am Strand von Vík Vík

Wer nur wenig Zeit hat und sich die Füße kurz vertreten möchte, startet hinter der Tankstelle Richtung Meer, plant hier ca. 30 min ein. Wem nach etwas mehr Bewegung zumute ist, der kann auf den Berg Reynisfjall wandern. Eine für 4x4-Fahrzeuge geeignete Fahrspur führt auf den Berg hinauf, die auch für Wanderer der Weg ist. Startend ab Supermarkt (Parkplatz) führt euch die Tour in ca. 3 Stunden (retour) bis auf den Berg.

Informationen rund um Vík findet ihr hier.

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