Die Snæfellsnes-Halbinsel - Nordseite

Anreise

Aus den Norden kommend biegt ihr nördlich von Bifröst auf die Straße 60 ab und erreicht darüber die Halbinsel - Karte. Eine andere Möglichkeit ist, bereits bei der Raststätte Staðarskáli Richtung Westfjorde auf die Straße 68 abzubiegen und dann links weg die Straße 59 = Laxárdalsvegur zu nehmen. Diese Straße ist nicht durchgehend asphaltiert, aber gut befahrbar. Zwischen Herbst und Frühsommer müsstet ihr schauen, ob sie geöffnet ist. Sie stößt dann auf die Straße 60, die aus den Westfjorden kommt - Karte. Mit einem entsprechenden Fahrzeug könnt ihr auch die südlich davon gelegene F586 fahren.

Aus den Westfjorden kommend nehmt ihr ebenfalls die Straße 60 - Karte. Alternativ dazu besteht die Möglichkeit, die Fähre zwischen Brjánslækur und Stykkishólmur zu nutzen.

EiríksstaðirStykkishólmurHelgafellBerserkjahraunHaifischhof BjarnarhöfnKolgrafafjörðurKirkjufellÓlafsvíkHellisandur & Rif   ↪ zurück zur Übersicht

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Eiríksstaðir

Eiríksstaðir

Der Ort Búðardalur und das Tal Haukadalur gehören zwar schon zum Bezirk Dalir, da ich dazu aber nichts weiter anzumerken habe und es örtlich einigermaßen passt, fügen wir es hier ein. Wenn ihr aus den Westfjorden über die Straße 59 nach Snæfellsnes fahrt, kommt ihr automatisch durch den Ort Búðardalur. Dort befindet sich Leifsbúð, ein Dienstleistungszentrum, das u. a. eine Ausstellung über die Entdeckung Nordamerikas durch Leifur Eiríksson enthält.

Im Haukadalur befindet sich der Hof Eiríksstaðir (Karte). Dort soll, wenn es ihn gegeben hat, Eirík der Rote eine Zeit gelebt haben. Archäologische Grabungen haben einige Erkenntnisse über den Hof zu Tage gebracht und im Jahr 2000 war der Nachbau des damaligen Hauses mit originalgetreuer Einrichtung fertiggestellt, der heute im Sommer besichtigt werden kann. Ihr werdet dann hautnah in die Lebensweise der Sagazeit und die Geschichten von Eirík dem Roten eingeführt. Die Ruinen des eigentlichen Hofes sind ganzjährig zugänglich. Eiríksstaðir ist der Geburtsort von Leifur Eiríksson.

Landkarte

Eirík der Rote wurde in Norwegen geboren, musste seine Heimat jedoch im Jahr 970 verlassen, da sein Vater einen Mord begangen hatte. Er selber lebte in Island an verschiedenden Orten, geriet immer wieder in Konflikte. Im Jahr 982 musste er für eine 3-jährige Acht Island verlassen und schaute sich derweil in dem Land um, das er später Grænland/Grönland = "grünes Land" nannte. Nach seiner Rückkehr überzeugte er weitere Isländer auf Grönland zu siedeln, wo dann im Laufe der Zeit tatsächlich zwei Siedlungen entstanden. Sein Sohn Leifur Eiríksson gilt als derjenige, der als Europäer erstmals Fuß auf nordamerikanischen Boden setzte und im Jahr 1.000 das Land dort im Westen entdeckte. Einige seiner Geschwister taten es ihm gleich und reisten nach ihm ebenfalls in die Neue Welt. Eirík der Rote hingegen blieb auf Grönland und verstarb auch dort.

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Stykkishólmur

Zurück aus dem Haukadalur erreicht ihr recht bald die Straße 54 mit Ziel Stykkishólmur. Die Straße ist teilweise nicht asphaltiert, aber gut befahrbar. Allerdings ziehen sich die knapp 80 km gefühlt ziemlich in die Länge - Karte.

Stykkishólmur

In Stykkishólmur habt mal wieder etwas "Stadt" - mit Supermarkt, Cafés, Restaurants, Museen, Schwimmbad, Krankenhaus und mehreren Unterkünften. Generelle Informationen zur Stadt erhaltet ihr hier.

Eines der Museen ist das Vulkan Museum. Hier geht es allerdings überwiegend um Kunst, die Vulkanausbrüche zeigt, das sollte einem bewusst sein.

Daneben gibt es die Wasserbibliothek. Der Hauptteil sind 24 Glassäulen, die Wasser von den wichtigsten Gletschern Islands enthalten.

Der Hafenbereich lohnt sich für einen Spaziergang. Über eine Treppe gelangt ihr auf die Insel Súgandisey mit ihrem Leuchtturm. Von oben habt ihr einen tollen Rundumblick auf die Stadt und die Inselwelt im Breiðafjörður. Im Hafen starten regelmäßig Touren von Seatours, die auch die Fähre zu den Westfjorden betreiben.

Hafen Stykkishólmur Súgandisey

In der Stadt befinden sich einige alte, liebevoll restaurierte Häuser, die zu einem Spaziergang durch die Stadt einladen.

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Helgafell

Blick vom Helgafell

Unweit vor den Toren von Stykkishólmur befindet sich der 73 m hohe Berg Helgafell - Karte. Dem Volksglauben nach soll man diesen Berg, wenn man ihn das erste Mal besteigt, am Grab der Sagafigur Guðrún Ósvífursdóttir nördlich der Kirche beginnen, sich auf dem Weg nicht umdrehen und dabei kein Wort sprechen. Dann gehen drei Wünsche, die gute Wünsche müssen sein müssen in Erfüllung, wenn man sie für sich behält und mit Blick nach Osten im Geiste formuliert. Wer gerade nicht weiß, wo Norden und Osten ist, kann von oben immerhin die tolle Aussicht genießen.

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Berserkjahraun

Zurück von Stykkishólmur auf der Straße 54 und gen Westen gewandt, befindet ihr euch bald inmitten des Berserkjahraun. Kurz bevor eine etwas rauere, aber mit PKW befahrbare Piste linker Hand in das Lavafeld führt, zweigt die Straße 56 nach Süden ab, über die ihr auf schnellstem Wege nach Borgarnes und Reykjavík gelangt - Karte.

Das Lavafeld ist nach zwei Brüdern benannt, Berserkern. Als Berserker wird in mittelalterlichen skandinavischen Quellen ein im Rausch kämpfender Mensch bezeichnet, der keine Schmerzen oder Wunden mehr wahrnimmt. Die beiden waren Unfreie des Isländers/Wikingers Verðmoður. Beide wuchsen ihm bald über den Kopf und er gab sie an seinen Bruder Víga-Styrr weiter, der auch nicht mit ihnen klar kam. Einer der beiden wollte dann sogar die Tochter des Víga-Styrr zur Frau haben. Víga-Styrr willigte unter folgender Bedingung ein: Der Berserker sollte einen Weg durch die Lava zum Hof Bjarnarhöfn bauen und auch eine kleine Befestigungsanlage in der Lava errichten. Was keiner glaubte, geschah der Weg wurde vollendet. Statt sich an die Abmachung zu halten, ließ Víga-Styrr beide Brüder töten und im Lavafeld begraben.

Berserkjahraun Berserkjahraun Berserkjahraun

Das Berserkjahraun entstand vor ca. 4.000 Jahren, die Lava floss bis ins Meer. Es gibt eine Piste durch das Lavafeld (Karte) man kann dort auch wandern und findet durch die roten Krater viele tolle Fotomotive. Es kann sich für Fotomotive auch lohnen, die Straße 56 ein wenig entlang zu fahren.

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der Haifischhof Bjarnarhöfn

Hákarl

Inmitten des Lavafeldes Berserkjahraun zweigt die Straße zum Hof Bjarnarhöfn ab - Karte. Hier wird noch auf traditionelle Weise Hákarl hergestellt, fermentierter Hai, der gerne auch Gammelhai genannt wird. In einem kleinen Museum gibt es allerlei Wissenswertes zum Grönlandhai und seiner Verarbeitung und natürlich auch Kostproben - Augen und Nase zu und dann "genießen", am besten, ihr habt einen Schluck Brennivín dabei.

Informationen zum Museum wie Öffnungszeiten und Eintrittspreise findet ihr hier.

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Kolgrafafjörður

Als nächstes überquert ihr den Fjord Kolgrafafjörður (Karte), der inzwischen überbrückt ist. Traurige Berühmtheit erlangte er in den Wintern 2012 und 2013, als es dort zu einem Massensterben von Hering kam. Die guten Nachrichten ließen aber nicht all zu lange auf sich warten - im Winter sind dort jetzt Schwertwale (Orcas) zu sichten. Nachrichten dazu findet ihr u. a. hier. Das Unternehmen Láki Tours aus Grundarfjörður bietet aufgrund der Orcas auch im Winter Whale Watching Touren an.

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Grundarfjörður mit Kirkufell

Kirkjufell

Nur wenig später erreicht ihr den Fischerort Grundarfjörður - Karte. Fotografen zieht es immer wieder wegen des Berges Kirkjufells hierher, der das Ortsbild dominiert und - je nach Ort der Betrachtung - an eine Kirche erinnnert. Leider hatte er sich mir bisher nicht bei fotogenem Wetter gezeigt, so dass ich seinen Zauber bislang nicht spüren konnte. Interessant ist der Wasserfall auf der anderen Straßenseite, der zum Fluss Kirkjufellsá gehört.

Inzwischen halten auch Kreuzfahrtschiffe in Grundarfjörður, so dass hier hin und wieder etwas mehr Menschen unterwegs sind.

Wasserfall Wasserfall Blick Richtung Kirkjufell

Der Kirkjufell kann bestiegen werden, es wird allerdings empfohlen, dies nicht ohne ortskundige Begleitung zu tun. Es ist jedoch möglich, um den Berg herum zu wandern. Wer hier in der Region dennoch alleine höher hinaus möchte, kann auf den Berg Klakkur am östlichen Fjordufer wandern (Karte), die Wanderung wird als mittelschwer eingestuft und ihr solltet ca. 3 Stunden return einplanen.

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Ólafsvík

25 km weiter erreicht ihr den Ort Ólafsvík, der mit knapp 1.000 Einwohnern der zweitgrößte Siedlungskern der Halbinsel ist. Auch Ólfasvík ist ein Fischerort, in seiner Ortsmitte erinnert ein Seemannsgarten an all die ertrunkenen Seeleute. Er war der erste seiner Art in Island.

Von Ólafsvík aus startet ihr entweder auf die Straße 574 um den Gletscher oder aber biegt einige Kilometer zuvor schon auf die Straße 54 ab. Sofern sie frei ist, könnt ihr auch die höher gelegene Straße 570 fahren - Karte.

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Hellisandur & Rif

Walknochen

Als letzten Ort vor dem Nationalpark erreicht ihr die Doppel-gemeinde Hellisandur & Rif. An der Küste bei Rif beginnt der Vogelfelsen Keflavíkurbjarg, an dem entlang ihr bis nach Hellisandur spazieren könnt (Karte). Der gesamte Bereich gilt als ornithologisches Paradies mit einer der größten Küsten-seeschwalben-Kolonien Islands direkt an der Straße.

Am Hof Ingjaldshóll (Karte) soll sich Christopher Kolumbus einen Winter lang aufgehalten haben - möglicherweise hat er dort von den Ländern im fernen Westen gehört.

In Hellisandur sind der Seemannsgarten und das Bootsmuseum interessant, wobei der Seemannsgarten jederzeit zugänglich ist. Er befindet sich direkt an der Straße und kann nicht verfehlt werden.

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