Die Snæfellsnes-Halbinsel - Südseite & Nationalpark

Rauðhálshraun

Mit der Halbinsel Snæfellsnes, die im Westen Islands quasi mittig zwischen der Reykjanes-Halbinsel und den Westfjorden liegt (Karte), wird oft der Snæfellsjökull verbunden - jener vergletscherte Vulkan, durch den Jules Verne seine Romanhelden auf ihrer Reise zum Mittelpunkt der Erde hat absteigen lassen.

Dabei tauchen sowohl der Snæfellsjökull als auch viele Lavafelder, die wir ganz offensichtlich an der Landoberfläche sehen können, erst im "zweiten vulkanischen Leben" von Snæfellsnes auf. Einst, vor vielen Millionen von Jahren, als Island begann zu entstehen, lag die Riftzone, an der die nordamerikanische und eurasische Kontinentalplatte auseinanderdriften, quer über der heutigen Halbinsel. Vor ca. 7 Millionen Jahren gab es durch eine veränderte Lage von Hot Spot und Riftzone im südlichen Teil Islands einen Riftzonensprung - die neue Riftzone entwickelte sich von der Reykjanes-Halbinsel bis zum Langjökull, während Drift und Vulkanismus auf Snæfellsnes abstarben.

Snæfellsjökull

Vor ca. 2 Millionen Jahren erwachte der Vulkanismus auf Snæfellsnes wieder, seitdem sind dort drei Vulkansysteme aktiv. Wie es genau zu diesem Neo-Vulkanismus kam, ist nicht ganz sicher, die chemische Zusammebsetzung des geförderten Materials ist jedoch anders als zuvor. Der Snæfellsjökull entstand vor ca. 700.000 Jahren, letzte Ausbrüche in seinem Bereich gab es vor ca. 1.700 Jahren. Und insgesamt betrachtet ist es seit ca. 1.000 Jahren ruhig auf Snæfellsnes - für wie lange das so bleibt, kann niemand sagen. Derweil lohnt es sich aber, diese wunderbare Halbinsel zu erkunden. Ihr solltet mindestens 1 Tag dafür einplanen, besser wären 2 oder 3.

Südseite:
BorgarnesEldborgRauðhálsGerðubergÖlkeldaBúðirRauðfeldargjáArnarstapiHellnar

im Nationalpark:
Þúfubjarg, Lóndrangar & MalarrifVatnshellirDjúpalónssandur & DritvíkKrater & WandernSkarðsvík & ÖndverðarnesGufuskálar

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Anreise

Die Zufahrten nach Snæfellsnes sind überschaubar: Aus Richtung Süden kommend, biegt ihr in Borgarnes von der Ringstraße ab (Kreisverkehr am nördlichen Ortsausgang) und folgt der Straße 54 - Karte. Aus den Norden kommend biegt ihr nördlich von Bifröst auf die Straße 60 ab und erreicht darüber die Halbinsel - Karte. Aus den Westfjorden kommend nehmt ihr ebenfalls die Straße 60 - Karte. Alternativ dazu besteht die Möglichkeit, die Fähre zwischen Brjánslækur und Stykkishólmur zu nutzen.

Wenn ihr eine Runde fahren würdet mit Start in Borgarnes, dann einmal um die Halbinsel und anschließend über die Straße 60 wieder auf die Ringstraße, dann wären das ohne Abstecher 315 km.

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Die Südseite von Snæfellsnes

Borgarnes

Borgarnes als Stadt ist ganz durch die Egilssaga geprägt. Alle Straßen und Plätze der Stadt sind nach Personen und Begebenheiten aus dieser Saga benannt. Egills Vater, Skallagrímur war einer der ersten Siedler Islands, er hatte sich im Borgarfjörður-Gebiet niedergelassen. Den Platz seines Hofes Borg findet man heute, wenn man Borgarnes auf der Straße 54 Richtung Snæfellsnes verlässt - der Fels bei der Kirche, die sich kurze Zeit nach dem Kreisverkehr befindet.

Im Landnahmezentrum widmet man sich mit zwei Ausstellungen diesem Thema - in der einen wird die Egilssaga in Kurzform und sehr liebevoll dargestellt erzählt, die andere dreht sich um die Besiedlung Islands. Durch beide Ausstellungen werdet ihr mit einem Audio-Guide geführt, jede Tour dauert 30 Minuten. Beide Ausstellungen zählen nicht zu den preiswerten in Island (in der Kombination sind sie etwas günstiger), lohnen sich aber. Vor Ort bekommt ihr auch Zugang zu einer App, die euch dann in der Stadt zu den Schauplätzen der Saga führt und weitere interessante Informationen dazu bereithält.

Wasserfall

Wenn ihr zu einer Reise um Snæfellsnes startet, solltet ihr euch hier noch einmal mit Lebensmitteln eindecken, denn Läden sind insbesondere auf der Südseite Mangelware. Ansonsten warten außerhalb der Stadt die ersten Fotomotive, aber prinzipiell fahrt ihr zunächst eine kleine Weile.

 

 

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Krater Eldborg

Eldborg

Der Eldborg ist ein formvollendeter Lavaringwall, der vor ca. 5.000 Jahren seinen letzten Ausbruch hatte. Er misst 200 m im Durchmesser und ist 50 m tief. Um dorthin zu wandern, biegt ihr am besten zum Hof Snorrastaðir ab (Karte). Ihr könnt auf der linken Seite beim Hof parken, während der Wanderweg auf der rechten Straßenseite beginnt. Die Tour ist nicht schwierig, plant dafür 1,5 Stunden return ein.

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Rauðháls

Nur ein kleines Stück weiter auf der Straße 54 seht ihr bereits den Rauðháls rot leuchten, biegt dazu auf die Straße 55 ab - Karte. Um den Berg führt eine Holperpiste - wenn ihr mit einem normalen PKW unterwegs seid, nehmt besser nicht die erste Einfahrt, hin und wieder besteht nämlich Gefahr aufzusetzen. Parkmöglichkeiten sind nicht wirklich ausgeschildert, aber möglich. Und dann lasst euch - möglichst von der Sonne - treiben und genießt dieses intensive Rot, das euch überall entgegenstrahlt.

Rauðháls Rauðháls Rauðháls

Das Lavafeld rundherum ist vermutlich das einzige auf Snæfellsnes, das erst nach Beginn der Besiedlung entstand, möglicherweise um das Jahr 900.

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Gerðuberg

Gerðuberg

Zurück auf der Straße 54 fahrt ihr nur ein kleines Stück weiter und biegt dann rechts ab, dem Schild "Gerðuberg" folgend - Karte. Der Hof Gerðuberg ist inzwischen verlassen, eine weiße Kirche steht malerisch in der Landschaft. Dafür beeindruckt die Basalt-säulenwand gleichen Namens. Sie entstand bei einem Ausbruch während eines Interglazials vor ca. 100.000 Jahren, als geflossene basaltische Lava vom Meer abgekühlt wurde. Die Säulen sind zwischen 1-1,5 m breit und 7-14 m hoch.

Ytri Rauðamelskúlur

Ihr könnt dann auf der Straße noch ein Stück weiter fahren, kommt am Ytri Rauðamelskúlur vorbei, den ihr auch besteigen könnt und endet am Parkplatz zu einer Mineralquelle, der Rauðamelsölkelda. Vom Parkplatz aus führt ein Weg dorthin (Karte). Als ich mal dort war, war die Quelle jedoch nicht zu entdecken. In einem Reiseführer heißt es, dass die Quelle offenbar zeitweilig trocken fallen kann. Wer weiß.

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Mineralquelle Ölkelda

Ihr fahrt dann wieder ein ganzes Stück und kommt am Abzweig der Straße 56 vorbei, die die Verbindung nach Stykkishólmur darstellt (Karte). An dieser Kreuzung gibt es eine Raststätte mit Tankstelle und Toiletten.

Nur 13 km weiter (Karte) gelangt ihr an den Hof Ölkelda, wo ihr die gleichnamige Mineralquelle findet. Ölkelda ist das isländische Wort für Mineralquelle. Sie wurde 1754 entdeckt und es heißt, der Anteil mineralischer Bestandteile sei bis zu 1.000 Mal höher als bei normalem Trinkwasser. Man kann sich das Wasser in eigenen Flaschen abfüllen. Ich selber war bisher noch nicht dort, aber es soll ein kleiner Geldkasten vor Ort sein und wenn man sich die Fotos im Netz anschaut, sieht es danach aus, dass ihr das Wasser leicht aus einem Hahn abfüllen könnt.

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Búðir und Búðaklettur

Nach weiteren knapp 24 km teilt sich die Straße. Die Straße 54 führt geradaus-rechts weiter nach Ólafsvík, wenn ihr euch links haltet, fahrt ihr auf der Straße 574 weiter, auf der ihr den Snæfellsjökull umrundet.

Nur ein klitzekleines Stück nach dieser Kreuzung zweigt linker Hand eine Straße zum Hof Búðir ab (Karte). Búðir war ein alter Handelsplatz, der bis 1930 Bestand hatte. An seinem alten Platz, 3 km vom heutigen Hotel entfernt, befand sich mit Frambúðir eine Winterfischereisiedlung. Auf einem Spaziergang dorthin könnt ihr noch heute Überreste davon entdecken. Neben dem Hotel existiert heute jedoch nur noch die Kirche, die eine bewegte Geschichte hinter sich hat, die ihr auf einer Info-Tafel vor Ort nachlesen könnt.

Kirche von Búðir Muschelsandstrand Búðahraun

Ab der Kirche starten verschiedene Wanderwege, die sich allesamt lohnen und größtenteils durch das Lavafeld Búðahraun führen. Kurze Wege führen euch zu den Ruinen von Frambúðir sowie an den Strand, wo ihr mit etwas Glück auch Seehunde sehen könnt. Eine spannende Wanderung führt zum Krater Búðaklettur, aus dem vor ca. 5.000 Jahre die Lava strömte. Ich persönlich finde diese Wanderung vom Lavafeld her spannender als die zum Krater Eldborg. An der Westseite des Kraters befindet sich die Lavahöhle Búðahellir. Wenn ihr nur bis auf den Krater, kurz zur Höhle und wieder zurück geht, plant 2-3 Stunden ein.

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Axlar-Björn

Gerðuberg

Auf der weiteren Strecke ab Búðir trefft immer mal wieder auf den 1555 geborenen Axlar-Björn und seine Geschichte, der seinen Namen nach dem Hof Öxl erhielt, auf dem er lebte und der sich unweit von Búðir befindet. Axlar-Björn war der berühmteste Massenmörder der isländischen Geschichte. Oft ließ er Reisende bei sich übernachten und bewirtete sie er war damit wohl der erste, der im Fremdenverkehrsdienst tätig war. Allerdings besserte er sein Einkommen dadurch auf, dass er seine Gäste mit der Axt tötete und ihre Besitztümer an sich nahm. Es heißt, er habe 18 Menschen getötet, wobei er nur 9 Morde gestand. Seine Opfer versteckte er oft in einem Teich unterhalb der Axlarhólar. 1596 wurde er in Laugarbrekka bei Hellnar hingerichtet. Es heißt, zuerst wurden seine Gliedmaßen mit dem Vorschlaghammer zertrümmert, dann wurde er enthauptet und zerstückelt und schließlich wurden seine Körperteile an drei verschiedenen Orten begraben, um zu verhindern, dass sein Geist wiederkehren könne.

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die Klamm Rauðfeldargjá

Rauðfeldargjá

Kurz vor Arnarstapi zweigt noch eine kurze Piste zur Klamm Rauðfeldargjá hin ab (Karte). Man kann hinein gehen und bekommt dabei evt. nasse Füße. Probiert einfach, wie weit ihr kommt. Auch diese Klamm spielt eine Rolle in einer Geschichte. Sie handelt von Barður, der als Schutzgeist von Snæfellsnes gilt, eine Gottheit des Berges Snæfell. Seine Geschichte wird in der Saga von Barður erzählt. Er stammt von Riesen und Menschen ab, war der Sohn eines skandinavischen Königs. Ende des 9. Jahrhunderts nahm er Land bei Laugarbrekka nahe dem Gletscher. Später kam seine Riesengestalt immer mehr zum Vorschein.

Barður

Es heißt, dass er mit seinen Töchtern in Laugarbrekka lebte, während sein Bruder mit dessen Söhnen Rauðfeldur und Sölvi in Arnarstapi lebte. Eines Tages spielten die Kinder am Strand, als Rauðfeldur Barðurs älteste Tochter auf einen Eisberg schubste, auf dem sie der Saga nach bis nach Grönland trieb. Sie überlebte zwar, aber Barður war so wütend, dass er seine beiden Neffen tötete. Rauðfeldur stieß er in eine Schlucht, die heute nach ihm benannt Rauðfeldargjá heißt, und Sölvi stieß er von einem Kliff. Danach verschwand Barður für immer im Gletscher. Er starb dabei aber nicht und wurde zu einem Schutzgeist.

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Arnarstapi

Wenig später erreicht ihr das Fischerdorf Arnarstapi am Fuße des Snæfellsjökull (Karte). Die Küste bei Arnarstapi ist besonders schön das Meer hat hier seine erosiven Kräfte voll entfaltet und viele Höhlen und Felsentore geschaffen. Alleine ein Spaziergang entlang der Küste im Ort ist bezaubernd - ihr solltet euch dafür 1 Stunde Zeit nehmen. Natürlich könnt ihr auch nur zur Figur des Barður gehen und dann kurz an die Küste, aber das wäre viel zu schade.

Küste bei Arnarstapi Küste bei Arnarstapi Küste bei Arnarstapi

Ihr habt vor Ort ein kleines Gasthaus mit Restaurant, Unterkunft, Zeltplatz und Tankstelle. Vom Ort aus werden Touren auf den Snæfellsjökull angeboten. Der alte Link snjofell.is scheint nicht mehr zu funktionieren, fragt am besten im Gasthaus nach. Daneben gibt es ein weiteres Unternehmen, dessen Touren ein Stück östlich von Arnarstapi, am Hof Litlí Kambur starten (Karte) - theglacier.is.

Straße 570

Nahe bei Arnarstapi startet die Straße 570, die über den Berg um den Gletscher an die Nordseite führt - Karte. Bisher hatte ich noch keine Gelegenheit, diese Straße komplett zu fahren, kann dazu nichts weiter sagen. Aber relativ zu Beginn, nach nur 1,3 km erreicht ihr eine kleine Höhle, die Sönghellir, die eine ganz eigene Akustik hat.

Wanderweg

Zu empfehlen ist auf jeden Fall noch der Wanderweg zwischen Arnarstapi und Hellnar, der an der Küste entlang durch ein Lavafeld führt (2,5 km, 45-60 min). Auf der Seite von Hellnar angekommen, aber noch nicht im Ort, wartet ein kleines Café.
Habt ansonsten an der Küste grundsätzlich immer auch ein Auge aufs Meer, denn hin und wieder lassen sich Wale sichten.

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Hellnar

Den Ort Hellnar erreicht ihr über einen kurzen Abstecher auf der Straße 5730 - Karte. Im Ort befindet sich das Informationszentrum des Nationalparks. Wenn ihr euch bisher noch keine Karte besorgt habt, solltet ihr das hier tun. Die Karte könnt ihr euch vorab auch hier anschauen. Der Snæfellsjökull Nationalpark ist der jüngste der drei isländischen Nationalparks, wurde 2001 gegründet. Seine Grenze überschreitet ihr ein Stück westlich von Hellnar.

Zu Beginn der Stichstraße weist ein Schild auf das Barðarlaug. In diesem Maar soll Barður immer gebadet haben (300 m / 10 min, nicht sonderlich spektakulär, kann man auslassen).

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Guðriður Þorbjarnadóttir

Informationstafel

Zurück auf der Straße 574 gibt es wenig später einen kurzen Abstecher zu einer Skulptur und einer Informationstafel. Hier wird auf den Hof Laugarbrekka hingewiesen und seine Bewohnerin Guðriður Þorbjarnadóttir. Sie wurde ca. 980 in Laugarbrekka geboren und reiste um das Jahr 1000 mit ihren Eltern nach Grönland, wo sie zunächst Þorsteinn heiratet, einen Sohn Eirík des Roten. Sie versuchten, nach Vínland zu reisen, waren aber nicht erfolgreich und Þorsteinn starb auf der Tour. Guðriður ging dann nach Brattahlíð, um bei ihrem Schwager Leifur Eiríksson zu wohnen, dem Entdecker der Neuen Welt. Dort traf und heiratete sie den Händler Þorfinnur Karlsefni. Er war interessiert, in die Neue Welt zu reisen und Guðriður ermutigte ihn dazu. Sie reisten und siedelten eine Weile in der Neuen Welt, wo auch Snorri Þorfinnursson zur Welt kam der erste in Nordamerika geborene Europäer. Auf Grund von Auseinandersetzungen mit den Ureinwohnern gingen sie aber wieder zurück nach Grönland und von dort via Norwegen nach Island. In Island angekommen, siedelten sie in Glaumbær. Nach Þorfinnurs Tod ging Guðriður auf eine Pilgerreise nach Rom, nach ihrer Rückkehr trat sie in ein Nonnenkloster ein. Sie gilt als eine der weitgereistesten Frauen ihrer Zeit.

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Im Nationalpark

Þúfubjarg, Lóndrangar & Malarrif

Lóndrangar

Nach dem Flugplatz überschreitet ihr die Grenze zum Nationalpark und nur gut 5 km nach dem Abzweig nach Hellnar befindet sich linker Hand ein Parkplatz (Karte), von dem aus ihr zum Vogelfelsen Þúfubjarg spazieren könnt (10 min Anstieg) und - wenn ihr wollt - von dort aus weiter zu den Felsnadeln Lóndrangar und dem Leuchtturm Malarrif. Vogelfelsen und Lóndrangar sind Überreste eines alten Vulkans, die Lóndrangar gehörten zu den Schloten. Alles andere hat sich im Laufe der Zeit das Meer genommen. Bis zum Leuchtturm sind es vom Parkplatz aus 2 km oneway. Ihr habt auch die Möglichkeit, ein Stück weiter westlich eine Zufahrt zum Leuchtturm zu nehmen.

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Vatnshellir

Eingang zur Vatnshellir

Nur 2 km weiter befindet sich rechter Hand (Bergseite) der Eingang zur Höhle Vatnshellir, die aber nur noch auf geführten, 45 min dauernden Touren besichtigt werden kann - summitguides.is. Es heißt, dass alle 100 Jahre ein Treffen der Trolle in der Höhle stattfindet unter dem Vorsitz von Barðúr. Seinen Tisch und Thron kann man dort unten sehen. Auf dem Treffen besprechen sie, was sie die nächsten 100 Jahre machen werden. Die Höhle führt bis in 35 m Tiefe, ist ca. 220 (oder 240 m) lang. Der obere Teil stammt aus einem Lavafeld, das dem nahegelegenen Krater vor ca. 8000 Jahren entstammt. Der untere Teil stammt aus einem älteren Ausbruch des Snæfellsjökull selber.

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Djúpalónssandur & Dritvík

Den nächsten Abstecher könnt ihr ein kleines Stück weiter zum Djúpalónssandur unternehmen (Karte) - ein interessantes Strandgebiet mit tollen, teils rotbraunen Felsformationen. Auf dem weitläufigen Sandgebiet liegen überall Trümmerteile eines Trawlers, der hier im März 1948 strandete. Diese Teile sind historische Zeugnisse und dürfen nicht verändert werden. Es befinden sich dort ebenfalls die Kraftprobesteine wer früher von Dritvík aus einen Platz auf einem Boot bekommen wollte, musste mindestens den zweitgrößten Stein Brauchbarer (54kg) auf einen Felsabsatz heben können. Plant vor Ort ca. 30-45 min ein.

Djúpalónssandur Küste bei Arnarstapi Dritvík

Vom Djúpalónssandur aus führt ein 1 km langer Wanderweg zur Bucht Dritvík. Dort befand sich von Mitte des 16. bis ins 19. Jahrhundert die größte und ergiebigste Frühjahrsfischereiniederlassung Islands, aktiv jeweils von April bis Mitte Mai. Bis zu 600 Mann hielten sich dort auf etwas, das man sich heute kaum vorstellen kann, wenn man den Ort sieht.

Am Parkplatz befinden sich Informationstafeln und Sitzgelegenheiten sowie Toiletten.

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Lava, Krater & Fischereisiedlungen

Auf dem weiteren Weg um den Gletscher gibt es immer wieder Abzweige zu ehemaligen Fischereisiedlungen, wo dann hin und wieder ein paar Überreste mehr oder weniger gut zu erkennen sind, oder aber zu Kratern, auf die man steigen oder in die man hineinfahren kann. Lasst eurer Neugierde und eurem Entdeckergeist freien Lauf. Es gibt diverse Wanderwege, die durch die Lavafelder führen.

Lavafelder und Krater Lavafelder und Krater Lavafelder und Krater

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Skarðsvík & Öndverðarnes

Skarðsvík

Im nordwestlichsten Zipfel der Halbinsel könnt ihr einen Abstecher zur Bucht Skarðsvík und zum Leuchtturm Öndverðarnesviti fahren - Karte. In der Bucht findet ihr einen Muschelsandstrand. 1962 wurde dort ein Wikingergrab entdeckt, von dem - mit Ausnahme einer Informationstafel - jedoch nichts zu sehen ist. Ab dem Parkplatz starten Wanderungen ins Lavafeld, z. B. zum Krater Vatnsborg. Wenn man ohne Eile ist, kann man sich gut gerne einige Stunden in dem Lavafeld "verlieren".

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Gufuskálar - Sendemast & Fischereiplatz

Schneehuhn

Noch ein kleines Stück weiter gelangt ihr an den ehemaligen Fischereiplatz Gufuskálar, wo die Überreste von 200 Lagerhütten zu finden sind und die Kiele der Fischerboote deutliche Spuren im Fels hinterlassen haben. Der Platz zählt zu den bedeutendsten erhaltenen Zeugnissen früherer skandinavischer Fischerei. Landseitig könnt ihr die Überreste von Schuppen oder Lager"häusern" erkennen, die aus Lava geschichtet und zum Trocknen und Lagern von Fisch genutzt wurden. Wer mehr zu diesen Fiskbyrgi erfahren möchte, kann hier nachlesen (unten auf Englisch).

Vor Ort seht ihr euch das höchste Bauwerk Islands - einen Langwellenfunksendemast, der 1963 von der amerikanischen Armee errichtet und 1995 vom isländischen Rundfunk übernommen wurde.

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Kurz darauf verlasst ihr den Nationalpark wieder und erreicht den Ort Hellisandur. Informationen zur Nordseite von Snæfellsnes findet ihr hier.

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