Reykjavík

Islands Hauptstadt befindet sich knapp 50 km oder 45 Fahrminuten vom Flughafen Keflavík entfernt (Karte). 2016 lebten mehr als 122.000 Menschen in der Stadt, in der Hauptstadtregion hingegen mehr als 213.000 Menschen. Wer Freude an solchen Zahlen hat, kann sich hier durch die Statistiken klicken. Generelle reiserelavante Informationen zu Reykjavík findet ihr hier.

Als bekennender Städte-Nicht-Freund sehe ich selber immer zu, die Stadt möglichst schnell hinter mir zu lassen. Von daher gibt es an dieser Stelle nur ein paar ausgesuchte Informationen. Reykjavík hat darüber hinaus viel, viel mehr zu bieten und jeder, der die Stadt bereist, kommt mit einer anderen Intention dorthin. Aufgrund der Größe ist Reykjavík recht übersichtlich und kann sehr gut zu Fuß erkundet werden. Eine interessante Karte, mit der ihr euch durch die Innenstadt klicken könnt, findet ihr hier.

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Einen Überblick über die Stadt und ihre Ausmaße könnt ihr euch vom Glockenturm der Hallgrímskirche aus verschaffen, der mit einem Fahrstuhl (Eintrittskarte im Kirchenshop) erreichbar ist. Die Kirche ist das größte Kirchengebäude des Landes, es handelt sich aber nicht um die Kathedralkirche. Im Sommer finden regelmäßig an bestimmten Tagen kurze, aber eindrucksvolle Chor-Konzerte statt und wer Glück hat, erlebt während seines Besuchs eine Probe für eines der größeren (Abend)Konzerte. Informationen zur Kirche und ihren Konzerten findet ihr hier und hier. Auf dem Platz vor der Kirche befindet sich eine Statue Leifur Eiríkssons, der der Geschichte nach um das Jahr 1000 als erster Europäer nordamerikanischen Boden betreten haben soll.

Hallgrímskirkja Hallgrímskirkja Hallgrímskirkja

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Wer sich langsam an die Stadt herantasten möchte, startet vielleicht am Wasser im Norden der Stadt (Karte) und spaziert an der Straße Sæbraut entlang. Ihr kommt dabei zwangsläufig auch an einem der bekanntesten Fotomotive der Stadt vorbei, der Skulptur Sólfar. Aber auch an einem für die Weltgeschichte interessanten Haus - dem Höfði, in dem sich im Oktober 1986 Gorbatschow und Reagan trafen.

Reykjavík - Straße Sæbraut Sólfar Haus Höfði
Harpa

Die Straße endet am Konzerthaus Harpa. Dort werden im Sommer neben dem regulären Programm eine Reihe von Veranstaltungen für Touristen angeboten - u. a. das empfehlenswerte Howe to become Icelandic in 60 minutes. Immer wieder gibt es auch Konzerte internationaler Künstler. Es lohnt sich, spontan am Ticketschalter vorbeizuschauen und nach freien Plätzen zu fragen. Vorab könnt ihr euch hier über das Programm während eures Aufenthalts informieren oder Tickets buchen.

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Quasi gegenüber der Harpa befindet sich der Arnarhóll - ein Hügel mit einer Statue von Ingólfur Arnason, der als erster dauerhafter Siedler Islands gilt. Von hier aus könnt ihr Richtung altem Hafen und Innenstadt schauen und im Sommer versammeln sich immer mal wieder die Reykjavíker und Besucher der Stadt auf dem Hügel, wenn diverse Konzerte und Veranstaltungen anstehen. Dann wird es dort durchaus sehr voll.

Blick vom Arnarhóll Richtung Harpa und Hafen Statue von Ingólfur Arnarson Zuschauer auf dem Arnarhóll

Im alten Hafen liegen hin und wieder kleine Kreuzfahrtschiffe vor Anker (während die großen im neuen Hafen sind) oder man kann Schiffe der Küstenwache (die grauen) sehen. Unmittelbar beim Hafen (Karte) findet ihr viele kleine Geschäfte und Cafés in renovierten Gebäuden und verschiedene Anbieter von Bootstouren und Walbeobachtungstouren. Alle Anbieter findet ihr hier zusammengefasst. Eine Walbeobachtungstour von Reykjavík aus würde ich euch nur dann empfehlen, wenn ihr während eurer Reise nicht in den Norden des Landes kommt - dort sind die Sichtunsgergebnisse meines Erachtens besser.

Des Weiteren findet ihr entlang des Hafens bzw. in seiner Nähe eine Reihe von Museen - z. B. das empfehlenswerte Sagamuseum, in dem die Höhepunkte der isländischen Geschichte mit lebensecht wirkenden Figur dargestellt sind, das Seefahrtsmuseum mit dem Küstenwacheschiff Óðinn als einem der Highlights, das Walmuseum (war ich noch nicht drin) oder das Nordlichtmuseum (fand ich nicht so prickelnd). Dort bei den Museen, in der Straße Grandagarður, findet ihr vermutlich das leckerste Eis der Stadt - Valdís, Nummer ziehen, warten, bis ihr dran seid und dann schlemmen ...

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Am Arnarhóll beginnt die Straße Lækjargata (Karte). Das erste Gebäude, das ihr nach dem Hügel Richtung Innenstadt passiert ist das Stjórnarráðshús - dort befindet sich der Arbeitssitz der isländischen Regierung. Besonders voll wird es in dieser Straße insbesondere, wenn der Reykjavík Marathon startet und die am selben Tag stattfindende Kulturnacht die Menschen auf die Straßen zieht oder andere Veranstaltungen wie der Umzug im Rahmen der Gay Pride bzw. Reykjavík Pride oder der Autokorso am Nationalfeiertag stattfinden.

Stjórnarráðshús Reykjavík Marathon Reykjavík Pride 2015
Autokorso am Nationalfeiertag Tjörnin mit Rathaus Culture House

Ganz an der Nähe von Arnarhóll und Stjórnarráðshús, jedoch in der Straße Hverfisgata, befindet sich das Culture House, in dem ihr u. a. eine Dauerausstellung zu den alten isländischen Handschriften und weitere wechselnde Ausstellungen findet. Die Lækjargata selber endet am Stadtteich Tjörnin, an dessen Ufer sich das Rathaus der Stadt befindet. Im Rathaus findet ihr neben wechselnden Ausstellungen und öffentlichen Toiletten auch eine riesige Reliefkarte von Island und seit Januar 2017 die Haupttouristinformation der Stadt.

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Das Gebiet zwischen Rathaus, Lækjargata und Hafen ist Reykjavíks Altstadt (Karte). Ihr findet dort am Platz Austurvöllur, der insbesondere im Rahmen der Kochtopfrevolution im Herbst 2008 international bekannt(er) wurde, die Domkirche und das 1881 errichtete Alþingishúsið, das Parlamentsgebäude, ebenso eine Statue des isländischen Freheitskämpfers Jón Sigurðsson. Jedes Jahr am 17. Juni findet dort auch der offizielle Festakt anlässlich des Nationalfeiertages statt.

Domkirche und Alþingishúsið Nationalfeiertag 2014 - Festakt auf dem Austurvöllur  

Die älteste Straße Reykjavíks ist die Aðalstræti am Ingólfstorg. Dort ist man im Zuge von Bauarbeiten auf die Überreste eines alten Wikinger-Langhauses gestoßen, dessen Entstehungszeit auf das Jahr 871 +/- 2 Jahre datiert werden konnte. Das an diesem Platz errichtet Museum trägt diesen Namen Reykjavík 871 +/-2. In der Aðalstræti 2 befand sich bis Januar 2017 die Haupttouristinformtion der Stadt. Und gleich nebenan, in einem Gebäude, das einst das inoffizielle Tor in die Stadt und der Mittelpunkt der Stadt war, das Restaurant Reykjavík mit einem empfehlenswerten Seafood Buffet.

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Südwestlich des Stadtteichs, am Kreisverkehr Melatorg befindet sich das Nationalmuseum Islands, Þjóðminasafn, Suðurgata 41 (Karte). Von hier aus könnt ihr auf das Universitätsgelände der Háskóli Islands schauen, Richtung Nordic House und Inlandsflughafen.

Perlan

Ihr habt aber auch freien Blick auf ein weiteres, weithin sichtbares Gebäude der Stadt - die Perlan. Sechs Tanks, von denen fünf noch als Warmwasserspeicher der Stadt dienen, überspannt mit einer Glaskuppel, in der sich nicht nur ein Restaurant befindet. Ihr könnt außen um die Glaskuppel herumgehen und den Blick auf die Stadt genießen. Im Innern ist ein künstlicher Geysir installiert, der alle paar Minuten ausbricht, aber eher wie ein großer Springbrunnen daherkommt. Egal, Kinder mögen ihn. Einige Jahre gab es auch außerhalb des Gebäudes einen Geysir, der per Knopfdruck zum Ausbruch gebracht wurde - die letzten Jahre (seit 2014?) habe zumindest ich ihn jedoch jedes Mal nur inaktiv erlebt. Die Perlan wurde auf dem Hügel Öskjuhlið errichtet, einem alten Schildvulkan, um den herum es einige Spazierwege gibt. Während des 2. Weltkrieges diente das Gebiet als Militärbasis der Britischen Armee - einige Überreste lassen sich auf Spaziergängen noch entdecken.

Südlich des Öskjuhlið befindet sich der Geothermale Strand Nauthólsvík. Dort habt die Möglichkeit, in warmem Meerwasser zu baden. Dazu wurde eine Lagune geschaffen, in die zusätzlich heißes Geothermalwasser gepumpt wird. Aber Achtung, das Wasser hat dennoch nur Temperaturen von 15-19 °C. Wem das zu frisch ist, der kann anschließend in den heißen Pott springen. Im Sommer ist die Nutzung kostenlos, es fallen lediglich Gebühren (500 isk) für Wertschließfächer an. Im Winter kostet der Eintritt 600 isk (Stand: 12/2016).

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Neben dem Strand Nauthólsvík gibt es einige weitere Bademöglichkeiten in Reykjavík. In der gesamten Hauptstadtregion gibt es 17 Schwimmbäder, davon 2 Schwimmhallen. Eine Übersicht mit Informationen zu den Öffnungszeiten und Eintrittspreisen findet ihr hier. Ich als Schwimmer liebe das Laugardalslaug unmittelbar am Zeltplatz, da es dort ein 50-m-Schwimmerbecken gibt.

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Waschplatz im Laugardal

Im Laugardal (Karte) befinden sich aber nicht nur der Zeltplatz und das größte Schwimmbad der Stadt, sondern auch weitere Sportstätten wie das Stadion, die große Sporthalle Laugardalshöllin, die der Olympiastützpunkt des Landes ist, eine Eislauf- und eine Badmintonhalle, aber auch der kleine Botanische Garten, der Familien- und Haustiergarten und die alten Waschplätze. Denn hier im Tal der warmen Quellen mussten die Frauen einst die Wäsche waschen, als es noch keine Elektrizität, keine Waschmaschinen gab.

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Weitere Museen, die für euch von Interesse sein könnten: das Kunstmuseum mit drei Standorten, die Nationalgalerie am Stadtteich, das Phallusmuseum auf dem Laugavegur oder das Àrbær Freilichtmuseum ein wenig außerhalb der Innenstadt.

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Essen & Schlafen: Reykjavík hat eine fast unüberschaubare Vielzahl an Hotels, Gästehäusern, Apartments, Hostels und ähnlichem. Einen Überblick bekommt ihr hier oder über:

Beachtet bei eurer Unterkunftssuche die kritische Parkplatzsituation in der Innenstadt (gebührenpflichtige Parkplätze) und die beschränkten Zufahrtsmöglichkeiten in der Altstadt. Jedes Jahr Mitte August am Tag des Reykjavík Marathons und der Kulturnacht ist die Innenstadt für Fahrzeuge weitgehend und fast über den gesamten Tag gesperrt, auch für Taxis und Busse. Da geht dann kaum etwas ohne Füße.

Hauptsächlich entlang der Einkaufsmeile rund um die Straße Laugavegur, Bankastræti und Austurstræti (Karte) findet ihr eine Vielzahl an Lokalen für alle möglichen Geschmacksrichtungen und Essensvorlieben. Restaurants mit typisch isländischen Gerichten findet ihr vermehrt in der Altstadt.

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Für euren Aufenthalt in der Stadt kann sich die Reykjavík City Card lohnen, die ihr für 24, 48 oder 72 Stunden erwerben könnt. Als Inhaber dieser Karte könnt ihr alle Stadtbusse kostenfrei nutzen, ebenso die Fähre nach Viðey, habt freien Eintritt in alle Schwimmbäder der Stadt und in viele Museen. Nachlass gibt es auf den Eintritt in eine Reihe weiterer Museen und auf Leistungen diverser Anbieter und Geschäfte. Ihr legt beim Kauf der Karte fest, ab wann sie gültig sein soll.

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