Jökulsárgljúfur und der Nordosten

Wasserfall

Von Egilsstadðir aus startet ihr in den Nordosten des Landes. Entlang der Ringstraße sind es 165 km bis zum Mývatn - eine Strecke, die viele in einem Rutsch durchfahren, da dort die nächsten "beeindruckenden Ziele" warten, während die Landschaft unterwegs eher eintöniger wirkt. Auf den ca. 52 km bis zum Abzweig ins Jökuldalur (Straße 923, Karte) geht es zunächst recht flach daher, als einem möglichen Stopp passiert ihr den Wasserfall am Fluss Ysta Rjúkandi. Als man die dortige Brücke vor einigen Jahren zweispurig ausbaute, wurde sinnvoller Weise auch ein Parkplatz angelegt. Bei gutem Wetter lohnt es, hier für einen kurzen Fotostopp oder einen längeren Spaziergang bis zum Fuße des Wasserfalls (ca. 30-45 min return) anzuhalten.

Hochland

Ab dem Abzweig zum Jökuldalur geht es dann deutlich in die Höhe und ihr quert, egal ob ihr die alte Ringstraße, die Straße 901, nehmt oder auf der Ringstraße bleibt, das nordöstliche Hochland. Hier in dieser Region Islands habt ihr die Möglichkeit, Hochlandluft zu schnuppern, selbst wenn ihr nur mit einem regulären PKW unterwegs seid, mit dem euch das Hochland ansonsten versagt bleibt. Weite Grundmoränenlandschaften und Bergrücken, die bei Spaltenausbrüchen während der Eiszeiten unter dem Eispanzer entstanden, prägen das Bild. Ein weites ödes und dabei faszinierendes Nichts breitet sich vor euch aus. Auch wenn ihr nur durchfahrt: Haltet hin und wieder an und lasst dieses Landschaft auf euch wirken.

Möðrudalsleið (Straße 901)SænautaselSkessugarðurMöðrudaluräußerster NordostenDettifoss OstseiteHafragilsfoss OstseiteDettifoss WestseiteHafragilsfoss WestseiteVesturdalur & HjóðaklettarÁsbyrgi

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Nordosten

Möðrudalsleið - die Straße 901

Wenn ihr, statt auf der asphaltierten Ringstraße zu bleiben, auf die Straße 901 abbiegt, taucht ihr rein vom Gefühl her noch etwas intensiver in das Hochland ein. Die Straße ist auch mit einem normalen PKW gut befahrbar, wird teilweise aber erst Mitte Juni geöffnet - Karte. Wenn dicker Nebel in der Region herrscht, lohnt es sich nicht wirklich, hier entlang zu fahren. Aber bei Sonne ist es ein Traum. Von den Kilometern her ist es egal, welche Strecke ihr fahrt, entlang der 901 kommt ihr allerdings etwas langsamer vorwärts.

Möðrudalsleið Möðrudalsleið Möðrudalsleið

Gleich zu Beginn erstreckt sich linker Hand die Jökuldalsheiði. Einst haben dort einige Höfe gestanden mehr, als man auf einer solchen Hochebene vermuten würde und mehr, als anderswo üblich war und ein mühsames Leben geführt, aber überlebt. Dies änderte sich endgültig mit dem Askja-Ausbruch 1875, der so viel Asche über das Land brachte, dass die Höfe aufgegeben werden mussten. Viele der Menschen, die dort zuvor lebten, wurden Teil der großen Auswanderungswelle, die es seit einiger Zeit gab, und zogen nach Nordamerika.

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Sænautasel

Sænautasel Sænautasel

Wenn ihr auf die Straße 907 abbiegt, gelangt ihr nach wenigen Kilometern zum Torfhof Sænautasel (Karte), der ursprünglich 1846 errichtet und 1992 wieder aufgebaut wurde. Vor Ort findet ihr ein kleines Museum, das Einblick in das Leben auf so einem Hof in der damaligen Zeit vermittelt und habt in einem urigen kleinen Café die Möglichkeit, Lumur (eine Art Pfannkuchen) und heißen Kakao/Kaffee zu genießen. Der Weg dorthin ist mit einem normalen PKW möglich.

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Skessugarður

Ein kleines Stück weiter auf der 901 Richtung Osten zweigt (ausgeschildert) eine holprige Piste zu einem ganz besonderen Steinwall ab, dem Endmoränenwall Skessugarður. Die riesigen Steine wurden einst zusammen mit anderem Material von einem Gletscher vor sich hergeschoben. Eine nachfolgende Flut riss all das kleinere und feinere Material mit sich, so dass einzig die großen Steine zurückblieben, die einen 300 m langen und bis zu 5 m hohen Wall formen.

Skessugarður Skessugarður Skessugarður

Wem diese Geschichte zu unglaubwürdig erscheint, der kann alternativ davon ausgehen, dass vor langer, langer Zeit zwei riesige Trollfrauen, die in der Region lebten - die eine am Meer, die andere am Gletscher - damit die Grenze ihres jeweiligen Landes markierten.

Die 2 km lange Piste bis zum Parkplatz ist sehr rau - ihr benötigt ein Fahrzeug mit etwas mehr Bodenfreiheit. Geht alternativ zu Fuß dorthin. Wenn ihr vor Ort seid, solltet ihr unbedingt auf den Wall klettern, da ihr nur dann ein Gespür für seine Ausmaße bekommt. Aber Vorsicht, hier spürt man auch die Anwesenheit von Trollen ...

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der Hof Möðrudalur

Fast am Ende der Piste erreicht ihr den Hof Möðrudalur - Karte. Es handelt sich um den höchstgelegenen, dauerhaft besiedelten Hof in Island. Neben der Landwirtschaft wurden Zeltplatz und Gästehaus errichtet und im Fjallakaffi können Reisende eine willkommene Rast einlegen. Informationen zum Hof und seinen Angeboten, die auch Touren ins Hochland beinhalten, findet ihr hier.

Fjallakaffi Tankstelle Polarfuchs

Immer mal wieder habt ihr Glück und könnt im Sommer vor Ort Polarfüchse sehen, die dort aufgepäppelt werden. Bei gutem Wetter habt ihr zudem freie Sicht auf den Berg Herðubreið.

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der äußerste Nordosten

Über die Straße 85, die von der Ringstraße abzweigt, könnt ihr nach Vopnafjörður fahren und damit die Tour in den äußersten Nordosten starten - Karte. Unterwegs könnt ihr einen Abstecher zum Hof Bustarfell unternehmen (Karte), der einer der schönsten und am besten erhaltenen Grassodenhöfe Islands und seit 1942 im Besitz des Isländischen Nationalmuseums ist. Der Hof war bis 1966 bewohnt - ca. 500 Jahre von der selbem Großfamilie.

Über Þórshöfn gelangt ihr auf die fast verlassene Halbinsel Langanes (Karte), auf der Wanderungen und eine Trekkingtour möglich sind.

Ich hatte bisher nur einmal bei bescheidenem Wetter Gelegenheit, die gesamte Strecke von Vopnafjörður bis Kópasker zu fahren, so dass mir die Region reichlich unbekannt ist.

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Jökulsárglúfur

Dettifoss - Ostseite / Straße 864

Herðubreið

Wir befinden uns zurück auf der Ringstraße. Während eurer weiteren Fahrt habt ihr - klare Luft und wenig Wolken vorausgesetzt - immer wieder Sicht auf die Herðubreið, einen der schönsten Berge Islands. Die Herðubreið ist ein Tafelvulkan, der während der letzten Eiszeit bei wiederholten Ausbrüchen unter dem Eis entstand. Der Eispanzer betrug seinerzeit bis 1.500 m. Die Herðubreið ist 1.682 m hoch und überragt ihre Umgehung um ca. 1.000 m. Subglaziale Vulkanausbrüche erzeugen diese typische Bergform, wie sie die Herðubreið aufweist, die zudem ein Tafelberg in Vollendung ist nämlich einschließlich eines kleinen Lavaschildes auf der Spitze des Berges, der entstand, als der letzte Ausbruch anhielt, während der Eispanzer bereits komplett durchbrochen war, so dass tatsächlich Lava ausfließen konnte.

Dettifoss

Vom Abzweig der Straße 901 bis zum Abzweig der Straße 864, die euch an die Ostseite des Wasserfalls Dettifoss führt, sind es ca. 27 km - Karte. Der Dettifoss ist einer von mehreren Wasserfällen im Flussverlauf des Jölusá á Fjöllum, des mit 206 km Länge zweitlängsten Flusses Islands. Der Fluss entspringt dem nördlichen Vatnajökull, hat viele Zuflüsse und mit knapp 8.000 km² das größte "Einzugsgebiet" aller Flüsse in Island. Bis zu 20 Tonnen Geröll und Sediment transportiert er täglich (!) auf seinem Weg in den Öxarfjörður. Ab Höhe des Wasserfalls Dettifoss hat der Fluss einen beeindruckenden Canyon, den Jökulsárgljúfur geschaffen. Er ist 24 km lang, bis zu 500 m weit und bis zu 100 m tief. Der Dettifoss selber ist der mächtigste Wasserfall Europas, nicht aber der wasserreichste. Auf nahezu 100 m Länge stürzt das Wasser 44 m in die Tiefe.

Jökulsárgljúfur

Die Straße 864 ist eine Schotterpiste, der man sich im Sommer nicht all zu sehr widmet - das heißt, sie wird im Laufe der Saison immer schlechter. Ihr könnt sie aber mit einem normalen PKW befahren. Bis zum Dettifoss sind es ab der Ringstraße 32 km (ca. 40-60 min) - Karte. Beim Parkplatz gibt es ein paar Sitzgelegenheiten und ein Toilettenhäuschen, dem schon mal das Wasser ausgehen kann. Um den Wasserfall von Nahem zu sehen, müsst über Steinstufen in den Canyon hinabsteigen, die alles andere als DIN-genormt sind und so manches lädierte Knie ächzen lassen. Aber bereits während des Abstiegs habt ihr einen fantastischen Blick in den Canyon.

Dettifoss

Durch das alte Flussbett hindurch führt der Weg bis an die Fallkante - ihr könnt hier direkt neben dem Wasser stehen. Aber Vorsicht! Habt nicht nur ein Auge auf das Wasser, sondern auch auf die Steine, auf denen ihr steht. Es ist durchaus möglich, dass an der Kante mal einer nachgibt und in die Tiefe rauscht.

Ihr braucht ca. 10-20 min, um vom Parkplatz bis an die Fallkante zu gelangen. Zwischendurch gibt es einen Aussichtspunkt. Plant insgesamt 45-60 min für euren Aufenthalt ein, wenn ihr noch zum Selfoss geht, entsprechend mehr.

Selfoss

Der Selfoss ist der erste der Wasserfälle - ihr könnt ihn vom Dettifoss aus erreichen. Ein ca. 1,5 km (?) langer Weg über Stock und Stein führt euch dorthin. Plant hier noch einmal zusätzliche 40-60 min ein.

Meine persönliche Meinung ist, dass sowohl Dettifoss als auch Selfoss sowie der noch folgende Hafragilsfoss von der Ostseite her besser aussehen und zu betrachten sind als von der Westseite. Allein der Blick, den ihr in den Canyon habt, ist von der Ostseite her schöner und intensiver, wobei alles rein subjektiv ist. Nachteilig ist die ruppige Piste dorthin.

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Hafragilsfoss

Wenn ihr euren Weg auf der 864 gen Norden fortsetzt, kommt hier nach nur wenigen Kilometern an den Abzweig zum Hafragilsfoss - Karte. Wenn eure Zeit nicht drängt, solltet ihr auch hier einen kurzen Stopp einlegen (ca. 20 min) und die Aussicht auf Canyon und Wasserfall genießen.

Hafragilsfoss Jökulsárgljúfur Jökulsá á Fjöllum

Nach weiteren 24 km (30-50 min) gen Norden erreicht ihr dort die Straße 85 und könnt alternativ rechts entlang Richtung Kópasker oder links entlang Richtung Ásbyrgi fahren.

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Dettifoss - Westseite / Straße 862

Brücke über den Fluss Jökulsá á Fjöllum

Wenn ihr den Dettifoss von der Westseite aus anfahren wollt, müsst ihr zunächst den Fluss Jökulsá á Fjöllum queren. Von Abzweig zu Abzweig sind es gut 10 km (Karte), ihr passiert dabei auch den Abzweig der Straße F88, die zur Herðubreið und zur Askja führt und an deren Beginn ihr dem Krater Hrossaborg einen Besuch abstatten könnt (Karte.) Der Krater markiert so in etwa die Grenze zur vulkanisch aktiven Zone, er war der erste, der nach Ende der letzten Eiszeit entstand, und ist ein Ringwallkrater wie auch der Hverfjall. Die einst nahezu vollkommene kreisrunde Form ist noch zu erkennen, er ist 40 m hoch und kann umwandert werden. Lasst das Auto ggf. zu Beginn der Straße F88 stehen.

Klohäuschen im See

Wenn ihr dann auf die Straße 862 abbiegt, führt sie euch asphaltiert bis zum Parkplatz des Dettifoss, der ebenso wie die Straße massiv ausgebaut wurde. Dennoch befinden sich - bedingt durch Wassermangel - nur Trockentoiletten und Dixis vor Ort. Über diese asphaltierte Straße ist der Dettifoss auch im Winter anfahrbar (wenn die Staße geräumt ist), während die Straße 864 definitiv nicht geräumt wird. Bis in den Juni hinein müsst ihr aber mit Einschränkungen vor Ort rechnen - es dauert eine ganze Weile, bis all der Schnee weggeschmolzen ist. Während des Tauprozesses bilden sich "Seen", die dort nicht hingehören. Ranger sind im Mai und Juni bemüht, immer wieder neue Pfade zum Wasserfall auszupflocken, damit ihr halbwegs sicher und mit trockenen Füßen dorthin kommt.

Dettifoss/Westseite - Weg Dettifoss/Westseite - Weg Dettifoss/Westseite - Weg

Im Normalzustand braucht ihr 15-20 min für die 1,5 km vom Parkplatz bis zum Wasserfall - mit Schnee dauert es etwas länger. Auch auf der Westseite solltet ihr ca. 1 Stunde für euren Aufenthalt einplanen. Beachtet, dass die Gischt des Wasserfalls meist auf der Westseite niedergeht, so dass es dort feucht sein kann, selbst wenn es nicht regnet. Dafür habt ihr die Chance, Regenbögen zu sehen.

Dettifoss/Westseite Dettifoss/Westseite Dettifoss/Westseite

Auf dieser Seite gibt es einige Absperrungen und so lange noch Schnee liegt, kommt ihr aus Sicherheitsgründen nicht bis zum unteren Level nahe dem Wasserfall.

Selfoss

Der Weg zum Selfoss lässt sich in eine Rundwanderung Parkplatz-Dettifoss-Selfoss-Parkplatz intergrieren. Plant für den Selfoss weitere 20-40 min ein - je nachdem, wie weit ihr vor Ort dann geht.

Am Dettifoss startet oder endet der Wanderweg Ásbyrgi-Dettifoss, den ihr in 2 Tagen wandern könnt. Die Wanderkarte findet ihr hier, sie kann in den Besuchernzentren des Nationalparks erworben werden. Beachtet, dass es mit Ausnahme bei den Zeltplätzen unterwegs kein Wasser gibt. Am Dettifoss selber befindet sich kein Zeltplatz. SBA betreibt im Sommer den Linienbusverkehr, der auch Ásbyrgi und Dettifoss mit einschließt.

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Hafragilsfoss - Westseite

Blick in den Canyon

Die Straße 862 ist weiter gen Norden eine Schotterpiste, wenngleich Pläne bestehen, auch den nördlichen Teil zu asphaltieren. Es ist keine Bergstraße, so dass ihr sie grundsätzlich mit einem normalen PKW befahren könnt. Stellenweise ist sie jedoch rau und eng und bei Gegenverkehr kann es mit einem normalen PKW kritisch werden, platzschaffend an die Seite zu fahren. Eine Übersicht über die Straßen erhaltet ihr hier auf den Seiten des Nationalparks.

Um von der Westseite her zum Hafragilsfoss zu gelangen, nehmt die Schotterpiste, die noch vor der Straße 862 klein ausgeschildert gen Norden abzweigt - Karte. Zur Not könnt ihr die 2 km auch zu Fuß gehen. Vor Ort ist eine kleine Spazierrunde markiert, die ca. 20-30 min Zeit in Anspruch nimmt.

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Vesturdalur & Hjóðaklettar

Vom Abzweig zum Dettifoss sind es 22 km bis zum Vesturdalur - Karte. Nachdem ihr die recht steile Piste hinab gefahren seid, erreicht ihr zunächst den Campingplatz. Folgt der Piste und ihr kommt zu einem Parkplatz (mit Trockentoilette) und dem Ausgangspunkt einiger Wanderungen, die euch zu Basaltsäulen- und Lavarosettenformationen führen wie auch zu einer Kraterreihe, den Rauðhólar. Sie alle sind das Ergebnis von Spaltenausbrüchen vor 8.000-9.000 Jahren. Über die Jahrtausende hat der Fluss seine erosiven Kräfte entfaltet und nur die härtesten Gesteine stehenlassen. So blieben insbesondere die als Hjóðaklettar (Echofelsen) bezeichneten Formationen stehen, Überreste der damaligen Förderschlote.

Hjóðaklettar Hjóðaklettar Rauðhólar

Es lohnt sich auf jeden Fall, den Rundweg Hljóðaklettar circle zu wandern (3 km, 1 1,5 Stunden). Die Wege sind alle markiert und ausgeschildert. Verpasst nicht den Abstecher zur Kirkjan. Wenn das Wetter passt und ihr Lust habt, setzt den Weg noch bis zum Krater Rauðhólar fort. Dieser Rundweg ist insgesamt (inkl. Hljóðaklettar circle) 5 km lang (1,5 2 Stunden). Von den Rauðhólar ("Rote Hügel") habt ihr einen tollen Ausblick auf den Canyon. Eine weitere Möglichkeit ist, zu den Gesteinsformationen Karl og Kerling zu wandern (2-3 km, 1 Stunde).

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Ásbyrgi

Nach weiteren knapp 20 km habt ihr die Schlucht Ásbyrgi erreicht (Karte). Bereits bevor ihr in die Schlucht fahrt, gelangt ihr zu einem Kiosk mit Tankstelle, dem Besucherzentrum des Nationalparks sowie dem angeschlossenen Zeltplatz.

Ásbyrgi

Ásbyrgi ist eine hufeneisenförmige Schlucht 3,5 km lang, ca. 1 km breit und mit bis zu 100 m hohen Felswänden , die von der Entstehung her ihresgleichen auf der Welt sucht. Sie entstand nach aktuellem Stand der Wissenschaft in den letzten 10.000 Jahren in Folge zweier oder mehr katastrophaler Gletscherläufe mit einem Ausmaß, das wir uns heute nicht mehr vorstellen können. Die Gletscherläufe waren Folgen von Vulkanausbrüchen unter dem Vatnajökull. Sie fanden vor ca. 8-10.000 Jahren und vor ca. 2- 3.000 Jahren statt. Zu der Zeit floss der Fluss Jökulsá á Fjöllum noch an dieser Stelle. Einst teilte sich der Fluss am Fels Eyjan in zwei Flussarme. Die Wasserfluten bewirkten eine enorme Beschleunigung der rückschreitenden Erosion einer nach dem anderen brachen die Basaltsäulenstücken, die man an den Felswänden hervorragend sehen kann, unter der Wucht des Wassers weg und wurden ins Meer transportiert. In der Zeit nach dem letzten Gletscherlauf suchte der Fluss sich ein neues Flussbett, fließt heute weiter östlich und ließ die Schlucht als einen Ort zurück, der bei Vielen Fragenzeichen hervorruft.

Möglicherweise war es ja doch nicht das Wasser, das diese Schlucht formte, sondern Odins achtbeiniges Pferd Sleipnir, das bei seinem Ritt über die Arktis ausrutschte und hier seine Hufabdruck hinterließ. So sagt es zumindest die Legende.

 

Ásbyrgi Ásbyrgi

Vor Ort bieten sich diverse Spaziergänge und Wanderungen an. Inmitten der Schlucht ist ein Parkplatz mit Toilettenhäuschen. Von dort sind es 500 m bis zum Teich Botnstjörn. Ihr könnt daraus auch einen kleinen Rundweg mit zwei weiteren Aussichtspunkten machen (einer davon direkt an der Felswand) - plant hier dann ca. 45 min ein.

Um auf den Fels Eyjan zu wandern, startet ihr bereits am Zeltplatz. Die Tour beträgt return 4,5 km und nimmt ca. 1,5 Stunden in Anspruch.

Eine Wanderung auf die Felswände zu den einzigartigen Strudellöchern Klappnir, um dann von oben mit hervorragender Aussicht in die Schlucht hinein zu schauen, startet am Besucherzentrum (return 10 km). Man kann diese Wanderung ausdehnen, in dem man zurück über Kúahvammur wandert, von wo aus man in den Canyon Jökulságljúfur schauen kann = insgesamt 12 km. Die Wanderkarte mit allen Wegen erhaltet ihr im Besucherzentrum.

Von Ásbyrgi aus könnt ihr dann gen Westen Richtung Húsavík aufbrechen.

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