Tour zu den Laki-Kratern

Laki-Kraterreihe

Als im Frühsommer 1783 im Süden Islands immer wieder die Erde bebte, ahnte niemand, was geschehen würde. Als am 8. Juni 1783 südlich des Berges Laki die Erde begann aufzureißen und Asche und Lava zu fördern, ahnte niemand, dass dies der Beginn einer der größten Vulkanausbrüche Islands in historischer Zeit sei. An den Folgen des Ausbruchs starben alleine in Island 10.000 Menschen und damit ein Fünftel der damaligen Bevölkerung. Die Auswirkungen blieben jedoch nicht auf Island beschränkt, sondern waren in ganz Europa und in anderen Teilen der Welt zu spüren.

In mehreren Phasen war auf insgesamt 25 km die Erde aufgerissen, hatten sich 10 Spalten gebildet mit mehr als 100 Kratern darauf - die Laki-Krater. In Island ist der Ausbruch als Skaftáreldar bekannt - die Skaftá-Feuer, benannt nach dem Fluss Skaftá, durch dessen Flussbett sich im ersten Teil des Ausbruchs der Lavastrom seinen Weg gen Süden bis nach Kirkjubæjarklaustur bahnte, wo er am 20. Juli 1783 zum Stillstand kam. Der Ausbruch setzte sich jedoch am 29. Juli 1783 fort, als sich nördlich des Berges Laki Spalten bildeten. Der Lavastrom daraus nahm seinen Weg durch den Fluss Hverfisfljót, den ihr östlich von Kirkjubæjarklaustur überquert. Am 7. Februar 1784 endete zumindest der Ausbruch, wenngleich die Katastrophe für Island damit noch kein Ende fand. Der Berg Laki hat mit diesem Ausbruch übrigens nichts zu tun, er entstand bereits vor 20.000 Jahren während eines subglazialen Ausbruchs in der letzten Eiszeit. Er markiert aber so ein wenig die Mitte der Kraterreihe und von seinem Gipfel aus hat man einen tollen Blick darauf.

AnreiseUnternehmungen vor Ort   ↪ zurück zur Übersicht

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Anreise

Abzweig der F206

Der Weg zur Kraterreihe startet 6 km westlich von Kirkjubæjarklaustur - nehmt die Straße 206 Richtung Holt. Schon nach 2 km zweigt dann rechter Hand die F206 nach Laki ab (Karte). Ihr nehmt also anfangs den selben Weg, als wenn ihr zur Schlucht Fjaðrárgljúfur fahrt, habt auch von der F206 aus eine Zugangsmöglichkeit zur Schlucht.

Auf direktem Wege sind es ca. 46 km von der Ringstraße bis zu einem der Parkplätze am Berg Laki. Es dauert jedoch eine ganze Weile, bis ihr überhaupt in das Gebiet gelangt. Die Straße startet ganz gemächlich, die erste kleine Furt ist kein Problem. Nach 15 km auf der Piste erreicht ihr den Fluss Geirlandsá. Hier gibt es zwei Möglichkeiten zu furten. Folgt am besten den Schildern und nehmt die zweite Furt - Karte. Kurz danach solltet ihr den kleinen, lohnenden Abstecher zum Wasserfall Fagrifoss nehmen. Am Parkplatz gibt es auch ein Trocken-Klo.

Straße F206  Furt Fagrifoss

Plant am Fagrifoss ca. 20 min ein, Fotografen könnten dort länger ausharren wollen.

Anschließend wird die Straße nach und nach rauer und ihr merkt deutlich, dass es bergan geht. Schnelles Vorankommen ist eher nicht möglich. Ihr quert zunächst Grundmoränenlandschaft und bekommt von den Kratern noch nichts zu sehen. Es folgen mehrere, meist harmlose Furten. Bei der einen etwas breiteren Furt achtet auf die Schilder, die inzwischen den Weg weisen, damit ihr unbeschadet durch das Wasser kommt.

Nach insgesamt 32 km habt ihr den Punkt erreicht, an dem ihr im Nationalpark seid und die Straße sich teilt - Karte. Ihr könnt euch links halten = Straße F207 und kämet dann nach kurzer Zeit zur Hütte Blágil mit angeschlossenem einfachen Campingplatz, der übrigens einzigen Übernachtungs-möglichkeit vor Ort (Nationalpark!). Ihr könnt euch aber auch rechts halten, seid dann schneller am Berg Laki. Im Grunde bilden die F206 und die F207 einen Ring, den ihr in jeder Richtung fahren könnt. Die Straßenabschnitte haben unterschiedliche Qualitäten, einzelne Furten auf der F206 wurden entschärft, während die eine Furt an der F207 immer noch zum Anhalten und Prüfen "einlädt".

F207 F207 F207

Plant für die Anreise ca. 2 Stunden ein, mit Fotostopps eher mehr.

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Wanderungen & Unternehmungen vor Ort

Parkplatz am Berg Laki

Am Fuße des Berges Laki wurde eine große Parkfläche geschaffen. Ihr findet dort auch Toiletten und Sitzgelegenheiten. Ebenso haben die Ranger eine kleine Hütte vor Ort und halten sich im Sommer für einige Stunden dort auf, um u. a. Reisende zu beraten. Von diesem Parkplatz aus startet eine lohnende Wanderung auf den Berk Laki, die als Rundwanderung gegangen werden kann. Alternativ könnt ihr auch am zweiten Parkplatz parken, der sich ein kleines Stück weiter westlich befindet.

Wenn ihr auf dem Gipfel des Laki (812 m) steht, habt ihr einen tollen Rundblick und seht in Richtung Nord-Ost und Süd-West die Kraterreihe. Nehmt euch gerade beim Aufstieg (es geht gut bergan) Zeit und genießt immer wieder die Aussicht. Wer Schwierigkeiten mit der Trittsicherheit hat, sollte beim Abstieg vorsichtig sein oder die Runde andersherum wandern. Plant ca. 2 Stunden dafür ein.

Wanderung auf den Berg Laki Wanderung auf den Berg Laki Wanderung auf den Berg Laki

Beim zweiten Parkplatz bzw. wenn ihr vom Berg Laki absteigt, seid ihr unmittelbar bei den Kratern. Durch einen davon wurde ein Pfad angelegt, entlang dem ihr mittels eines Faltblatts an ausgewiesenen Punkten Informationen rund um den Ausbruch erhaltet. Aber auch ohne diese Informationen ist es spannend, mal durch den Krater zu gehen. Plant dafür zusätzlich 30-45 min ein.

Blick auf die Kraterreihe Krater Kratersee

Wenn ihr die Reise auf der F207 fortsetzt, könnt ihr einen Abstecher zu einem Aussichtspunkt oder an den See Lambavatn fahren oder erreicht ansonsten nach knapp 7 km den nächsten Parkplatz beim Krater Tjarnagígur, ebenfalls mit WC (Karte). Von hier aus habt ihr die Möglichkeit, eine Rundwanderung entlang des Kraters zu unternehmen, die ca. 2 Stunden Zeit benötigt und bei der ihr am Ende ein Stück auf der Straße zurückgehen müsst. Wenn euch das zu lang ist, solltet ihr dennoch stoppen und zumindest den Weg anwandern, denn gleich zu Beginn gelangt ihr an einen Krater mit Kratersee (Foto siehe oben).

Entlang der Strecke gibt es immer wieder tolle Aussichten und Stellen, an denen man kurz stoppen, innehalten und fotografieren möchte. Achtet beim Halten bitte darauf, dass ihr andere nicht behindert, ohne dabei aber die Straße zu verlassen, die doch recht schmal ist.

F207 - Ausblicke entlang der Strecke F207 - Ausblicke entlang der Strecke F207 - Ausblicke entlang der Strecke

Plant die Laki-Krater als Tagestour ein, wenn ihr von dem Ausflug etwas haben und nicht nur hetzen wollt. Wer nicht selber fahren möchte, kann den Linienbus von Reykjavík Excursions nehmen. Die Tour startet und endet in Skaftafell mit Zustieg in Kirkjubæjarklaustur. Sie bietet euch einige Fotostopps und zumindest auch Zeit am Berg Laki. Bis 2015 wurde auch Zeit am Krater Tjarnagígur gegeben - den aktuellen Plan kenne ich nicht. Eine weitere Möglichkeit ist eine Superjeep-Tour mit Secret Iceland, ehemals Hólasport, die ebenfalls in Kirkjubæjarklaustur startet.

Falls ihr euch noch etwas mehr für die Geschehnisse von 1783/84 interessiert, könnte das Buch Skaftáfeuer von Jón Trausti etwas für euch sein.

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