Mobil vor Ort - mit dem Auto

Der schnelle Weg:
Allgemeine FahrhinweiseVerkehrsschilderTankenAutowäsche

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Allgemeine Fahrhinweise

Geschwindigkeitsbegrenzung

Generell darf man mit einem PKW außerhalb von Ortschaften 90 km/h fahren bzw. 80 km/h auf nicht asphaltierten Straßen und in Ortschaften 50 km/h. Diese Geschwindigkeitsbegrenzungen sind Höchstgeschwindigkeiten unter den bestmöglichen Bedingungen - teilweise müsst ihr eure tatsächliche Geschwindigkeit entsprechend den Wetter- und Straßenbedingungen deutlich reduzieren, insbesondere auf Schotterstraßen. Im Hochland kommt ihr vielerorts nur mit 20-30 km/h vorwärts.

Die Promillegrenze liegt bei 0,5, Telefonieren während des Fahrens ist nur mit Freisprecheinrichtung erlaubt. Das Licht muss auch am Tage angeschaltet sein und es besteht Anschnallpflicht für alle Passagiere.

In Island herrscht Rechtsverkehr. An Kreuzungen mit gleichrangigen Straßen hat - wie in Deutschland - das Fahrzeug von rechts Vorfahrt.

Fahren abseits von Straßen und Pisten (offroad) ist strengstens verboten und wird mit hohen Bußgeldern belegt.

Kinder müssen mindestens 1,50 m groß sein, um auf einem Sitz zu sitzen, vor dem ein Airbag auslösen kann. Bis zu einem Gewicht von 36 kg oder bis zu einem Alter von 10-12 Jahren sollten Kinder eine Sitzerhöhung im Auto benutzen (Kinderautositz). Die genauen Regeln könnt ihr hier nachlesen.

Die vermutlich wichtigste Webseite zum Autofahren in Island ist road.is. Hier findet ihr alles zum Straßenzustand, zu Sperrungen, Webcams, durchschnittliche Öffnungszeiten der Hochlandstraßen, Reiseinformationen, die aktuellen Daten der automatischen Wetterstationen, eine Liste der Fähren sowie die Radfahrkarte. Besonders wichtig ist es, vor dem Losfahren einen Blick auf den aktuellen Straßenzustand zu werfen.

Die Ringstraße Nr. 1 ist inzwischen fast vollständig asphaltiert. Es gibt jedoch noch immer einige Straßenabschnitte (insbesondere im Osten des Landes), die nicht asphaltiert sind.

Unfall

Viele Straßenabschnitte sind auf Dämmen errichtet, damit sie im Winter einfacher von Schnee freigehalten werden können. Wenn ihr die Kontrolle über euer Fahrzeug verliert und von der Straße abkommt, hat das oft ein Überschlagen des Autos zur Folge.

Hin und wieder wird an den Straßen gebaut. Nur sehr selten werden dafür Baustellen oder gar ein Ampelverkehr eingerichtet. Wenn ihr auf eine Baustelle zukommt, fahrt langsam und haltet gegebenenfalls an. Falls ihr die Situation nicht überblicken könnt, werden euch die Bauarbeiter Hinweise geben und euch lotsen. Es kann auch sein, dass ihr einfach mal zehn Minuten warten müsst, bevor ihr die Fahrt fortsetzen könnt.

Schafe auf der Straße

Rechnet immer damit, dass Schafe die Straße kreuzen. Oft seht ihr Schafe in 3er-Gruppen - ein Mutterschaf mit zwei Lämmern. Wenn alle drei Schafe auf einer Seite stehen, könnte es gut gehen. Sobald aber eines der drei auf der anderen Straßenseite steht, könnt ihr davon ausgehen, dass mindestens eines der Schafe über die Straße rennt. Genau vor euch. Sollte es dennoch passieren, dass ihr ein Schaf angefahren habt, ruft die Polizei (112) oder informiert zumindest jemandem auf dem nächstem Hof.

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Besondere Verkehrsschilder

Verkehrszeichen

Eines der häufigsten Schilder → seid einfach bremsbereit!

Verkehrszeichen

nicht einsehbare Kuppe → Fahrt möglichst rechts und reduziert die Geschwindigkeit. Ihr könnt den Gegenverkehr erst sehen, wenn ihr oben angekommen seid. Dieses Schild gibt es auch bei Kurven.

Verkehrszeichen

einspurige Brücke → Wer zuerst an der Brücke ankommt, hat Vorfahrt. Besteht aber nicht darauf, wenn ihr merkt, dass der andere schnell noch vor euch über die Brücke möchte. Manch einer glaubt auch an die Regel "Das größere Auto hat Vorfahrt."

Verkehrszeichen

Wenn ihr nach links abbiegt, bleibt ihr auf der Straße 1 und erreicht letztendlich Höfn, ihr erreicht über diesen Weg aber auch die Staßen 96 und 931.

Verkehrszeichen

Hier geht es nur langsam voran.

Verkehrszeichen

schwierige Straße → nur für Geländewagen mit Allradantrieb und mehr Bodenfreiheit

Verkehrszeichen

sehr rauhe Straße → nur für speziell ausgestattete Geländewagen

Verkehrszeichen

unüberbrückter Fluss → Hier müsst ihr irgendwann durchs Wasser. Mit für das Hochland freigegeben Mietfahrzeugen ist das Befahren erlaubt, dennoch sind Schäden, die dabei entstehen, nicht versichert. Mit Miet-PKW dürft hier keinesfalls fahren. Wenn ihr euren eigenen PKW versenkt, ist das eure Sache - allein, die Bergung wird teuer.

Verkehrszeichen

Hier wird geblitzt. Außerhalb von Reykjavík, Selfoss und kurz vor Borgarnes findet ihr eigentlich keine stationären Blitzer. Die Polizei blitzt aus ihren Fahrzeugen heraus. Sie können jeden blitzen, der vor ihnen fährt, hinter ihnen und der ihnen entgegen kommt. Ihr habt kaum eine Chance. Am besten, ihr zahlt die Strafe vor Ort - das spart Geld und Kartenzahlung ist möglich.

Verkehrszeichen

Nein, hier gibt es keine Bäume. Das ist das Zeichen für Rastplätze. Aber nur selten findet man dort Tisch und Sitzgelegenheit.

Verkehrszeichen

Sehenswürdigkeit → Hier lohnt es sich anzuhalten.

Verkehrszeichen

Heißer Pott → Hier geht es zum isländischen Badevergnügen, dem "Hot-Potting".

Verkehrszeichen

verlassener/ehemaliger Hof → Wenn man sonst auf nichts hinweisen kann, dann eben auf Höfe, die mal existiert haben.

Informationen zum Fahren in Island erhaltet ihr hier, eine App für Verkehrzeichen hier.

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Tanken

An den meisten Tankstellen (bensínstöð) bekommt ihr nur Benzin (bensín) und Diesel (dísel) - das macht die Auswahl einfach. Die Zapfsäule heiß im Isländischen: dæla (eigentlich: Pumpe). Selbstbedienungstankstellen/-zapfsäulen sind mit sjálfsafgreiðslubensínstöð markiert.

Das Tankstellennetz ist entlang der Ringstraße ausreichend, das Fahren mit Reservekanister also nicht erforderlich. Zumindest in den Orten mit mehr als 100 Einwohnern findet sich eine Tankstelle - man sollte nur wissen, wie weit die nächste Ortschaft entfernt ist. Die meisten Tankstellen haben Selbstbedienungsautomaten - bei einigen an jeder Zapfsäule, bei anderen gibt es einen für mehrere Zapfsäulen. Das Prinzip ist jedes Mal gleich:

PKW an Tankstelle

  • Kreditkarte einschieben
  • PIN der Kreditkarte eingeben
  • maximalen Tankbetrag eingeben
  • Zapfsäule wählen
  • Karte entnehmen und tanken
  • für Quittungsdruck Kreditkarte noch einmal einschieben

Hinweis: Eure Kreditkarte wird nur mit dem Betrag belastet, den ihr tatsächlich vertankt - auch wenn ihr einen viel zu hohen Maximalbetrag eingegeben habt. Es kann aber sein, dass auf eurer Karte bis zur tatsächlichen Abrechung (meist 1 - 4 Tage später) zunächst der gewählte Maximalbetrag geblockt wird. Tipp: Bei einem normalen PKW kommt ihr eigentlich mit 15.000 isk als Maximalbetrag hin.

Ihr benötigt zum Tanken also die PIN eurer Kreditkarte - nicht vergessen! An einigen Tankstellen kann man auch drinnen bezahlen, meist muss man dazu vorher reingehen und Bescheid geben. Bei anderen Tankstellen ist weit und breit niemand zu sehen - dort kommt ihr ohne Karte nicht an Kraftstoff. Wieder andere verkaufen alles nur keinen Kraftstoff. Dort habt ihr aber die Möglichkeit, Tankkarten zu erwerben - insbesondere für N1 und ORKAN. Diese Tankkarten lassen sich mit verschiedenen Beträgen aufladen (z. B. 5.000 isk oder 10.000 isk) und werden an den Automaten dann wie die Kreditkarte eingesetzt, nur dass ihr keine PIN benötigt.

Wer mit der Fähre anreist, bekam zumindest 2014 und 2015 eine Rabattkarte von ORKAN, Höldur gab zumindest 2013 eine Rabattkarte von N1 mit zum Fahrzeug. Wie auch immer - es gibt Rabattkarten, mit denen ihr etwas weniger als den angezeigten Betrag pro Liter bezahlt. Diese Rabattkarten müssen als erstes, also vor der Kreditkarte eingeschoben werden, damit der Rabatt gewährt wird. Alle Tankstellen bieten auch unabhängig davon Rabattkarten oder -Schlüssel an, wie z. B. hier bei Olís.

Das Tankstellennetz findet ihr hier: N1, Orkan/Shell, Olís, Atlants Olía, OB Ódýrt bensín

Wer im Hochland unterwegs ist, sollte möglichst an jeder Tankstelle tanken.

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Autowäsche

An fast allen Tankstellen findet ihr Autowaschmöglichkeiten: einen mehr oder weniger langen Schlauch mit einer Schrubberbürste dran. Hier könnt ihr kostenlos und mit kaltem Wasser euer Auto waschen. Völlig ausreichend, um z. B. den Staub der Schotterstraßen loszuwerden. "Richtige" Autowaschanlagen habe ich bislang nur in Reykjavík und Akureyri wahrgenommen.

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